Dies ist der erste Teil einer Serie über den Färbeprozess bei Rocksheep, mit dem ich euch ein wenig Einblick in meine Arbeit geben möchte. Ich möchte euch zeigen, wie sich das Garn von rohem, naturweißem Garn zu kunterbunten Strängen verwandelt, die richtig Lust aufs Stricken machen. Warum also nicht mittendrin starten? Heute zeige ich euch, wie ich das Garn nach dem Färben in der heißen Jahreszeit trockne.

Manche Leute stricken und häkeln im Sommer nicht gerne und verlegen sich auf andere Handarbeiten, aber ich finde, dass diese Jahreszeit perfekt zum Stricken ist. In dieser Zeit verbringe ich den längsten Urlaub des Jahres und man hat sonst nie so viele Stunden am Tag zum Stricken und Spinnen zur Verfügung. Mit dicker Wolle kann man schnell schwitzige Hände bekommen, doch wie wäre es mit einem seidigen Lace-Tuch als Sommerprojekt?

Wie auch immer – der Sommer ist die beste Zeit zum Färben, also war ich in letzter Zeit sehr fleißig. Letzte Woche hatten wir die zwei bisher heißesten Tage des Jahres mit über 35°C. Bei diesem Wetter habe ich gerne die heißen Abende im Färbestudio in meinem Keller verbracht. Ein Foto vom Studio folgt, aber erst muss ich dort aufräumen! 🙂 Mit schweren Kübeln und Wannen voller Wasser und nassem Garn zu hantieren ist im Winter eine Plage. Außerdem habe ich im Färbestudio derzeit noch keinen Abfluss (ich weiß – super unpraktisch), sodass ich Wasser vom Garten holen muss. Im Sommer kann ich das Garn auch direkt im Garten auswaschen und zum Trocknen aufhängen anstatt es über die Stufen in den zweiten Stock zu tragen.

Es ist erstaunlich, wie schnell das Garn bei solcher Hitze trocknet! Bei feuchtem Wetter kann es schon einmal mehrere Tage dauern, aber zur Zeit ist es innerhalb von ein paar Stunden trocken und bereit für die weitere Verarbeitung!

Dieses Trockengestell auf dem Foto ist eigentlich dazu gedacht, Schuhe zu trocknen, aber ich werde wohl mein ganzes Leben nicht so viele Schuhe besitzen. Es ist perfekt für das Garn, ohne scharfe Kanten und spitze Ecken und schön rostfrei. Die zwei kleineren Gestelle sind eigentlich für die Holzarbeit gedacht. Das Garn, dass ihr hier seht, wurde gerade mit klarem Wasser und etwas Handspülmittel ausgewaschen. Ich wasche das Garn so lange aus, bis keine Farbe mehr austritt, so dass ihr so wenig Ausbluten wie möglich erlebt. Dennoch – es ist handgefärbte Wolle und ein wenig Ausbluten kann trotz aller Sorgfalt vorkommen.